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Fast jedes Girokonto hat ihn: den Dispokredit. Er gilt als schnelle Hilfe, wenn am Monatsende das Geld knapp wird. Doch was viele nicht wissen: Der Dispo gehört zu den teuersten Kreditarten überhaupt. In diesem Artikel erfährst du, warum der Dispo Fluch und Segen zugleich ist – und wie du ihn sinnvoll nutzt, ohne in die Kostenfalle zu geraten.


Was ist der Dispokredit eigentlich?

Ein Dispokredit ist ein flexibler Überziehungsrahmen, den dir deine Bank auf dem Girokonto einräumt. Liegt dein Kontostand bei null, kannst du trotzdem weiter bezahlen, Lastschriften abbuchen lassen oder Bargeld abheben – bis zu einer vorher vereinbarten Grenze. Der große Vorteil: Du musst keinen Antrag stellen, kein Formular ausfüllen und erhältst sofort Liquidität, wenn du sie brauchst.

Doch dieser Komfort hat seinen Preis. Während Ratenkredite mit Zinsen zwischen fünf und acht Prozent erhältlich sind, liegen die Zinsen beim Dispo oft zwischen zehn und 13 Prozent – manche Banken verlangen sogar noch mehr. Damit gehört der Dispokredit zu den teuersten Schulden, die man haben kann.


Warum der Dispo so gefährlich ist

Der eigentliche Reiz des Dispos – seine Flexibilität – ist gleichzeitig sein größtes Risiko. Weil du jederzeit überziehen kannst, verlierst du schnell den Überblick. Viele nutzen den Dispo dauerhaft, um laufende Ausgaben zu finanzieren. Aus einer kurzfristigen Überbrückung wird so eine teure Dauerschuld.

Hinzu kommt, dass Banken Dispozinsen taggenau berechnen. Jeder Euro, den du überziehst, kostet sofort Geld. Wer den Dispo mehrere Monate am Stück nutzt, zahlt so oft mehr an Zinsen, als er für einen kleinen Ratenkredit über die gleiche Summe hätte.


Wann der Dispo sinnvoll ist

Trotzdem ist der Dispo nicht per se schlecht. Im Gegenteil: Richtig eingesetzt, kann er ein praktisches Sicherheitsnetz sein. Beispielsweise, wenn eine unerwartete Rechnung ins Haus flattert oder eine große Abbuchung vor dem Gehaltseingang ansteht. In solchen Fällen sorgt der Dispo dafür, dass deine Lastschrift nicht zurückgebucht wird oder du nicht in Zahlungsverzug gerätst.

Das Problem beginnt erst, wenn er zur Gewohnheit wird. Wer regelmäßig in den Dispo rutscht, lebt dauerhaft über seine Verhältnisse. Das ist nicht nur teuer, sondern auch ein Warnsignal, dass die eigenen Finanzen aus dem Gleichgewicht geraten sind.


Besser als Dauerlösung: Alternativen nutzen

Wenn du merkst, dass du den Dispo häufiger brauchst, solltest du über Alternativen nachdenken. Ein klassischer Ratenkredit ist meist deutlich günstiger und hat den Vorteil, dass du feste Raten zurückzahlst. Noch besser ist es, einen Notgroschen aufzubauen – drei Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto reichen oft schon, um Notfälle abzufangen.


Fazit

Der Dispokredit ist wie ein Rettungsring: Im Notfall kann er dir das Leben retten, aber er ist nicht dafür gedacht, dich dauerhaft über Wasser zu halten. Nutze ihn nur kurzfristig und baue dir stattdessen Rücklagen auf. Denn wer den Dispo als ständigen Begleiter betrachtet, zahlt am Ende drauf – und zwar ordentlich.

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