Wer Geld auf einem Girokonto, Tagesgeld oder Festgeldkonto parkt, verlässt sich darauf, dass es sicher ist. Doch was passiert eigentlich, wenn eine Bank insolvent geht? Genau hier greift die sogenannte Einlagensicherung – ein Schutzmechanismus, der dein Erspartes bis zu einem gewissen Betrag absichert. Aber wie funktioniert das System genau, und wo liegen seine Grenzen?
Der gesetzliche Schutz in der EU
In allen EU-Ländern gilt eine einheitliche Regel: Guthaben auf Konten sind bis zu 100.000 Euro pro Person und Bank gesetzlich abgesichert. Hast du also 50.000 Euro auf einem Konto liegen, kannst du sicher sein, dass du im Falle einer Bankenpleite den gesamten Betrag zurückbekommst. Auch wenn die Bank zahlungsunfähig wird, übernimmt die Einlagensicherung den Schutz.
Dieses System wurde nach der Finanzkrise 2008 europaweit gestärkt. Ziel ist es, das Vertrauen in Banken zu wahren und zu verhindern, dass Kunden ihr Geld in Panik abziehen.
Freiwillige Sicherungssysteme
Neben dem gesetzlichen Schutz gibt es in Deutschland noch zusätzliche, freiwillige Sicherungssysteme. Viele private Banken sind Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken, der weit über die 100.000 Euro hinausgeht – teils sogar in Millionenhöhe. Auch Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben ihre eigenen Sicherungssysteme, die oft sogar die gesamte Kundeneinlage absichern.
Allerdings gilt: Diese freiwilligen Systeme beruhen auf Absprachen zwischen den Banken – ein Rechtsanspruch darauf besteht nicht. Ob eine Entschädigung über 100.000 Euro tatsächlich gezahlt wird, hängt im Ernstfall auch von der Entscheidung der Regierung ab.
Was ist nicht abgesichert?
Wichtig zu wissen: Nicht alles, was du bei einer Bank hältst, fällt unter die Einlagensicherung. Aktien, Fonds oder ETFs, die du im Depot hast, gehören rechtlich dir – sie werden nicht von der Bank verwahrt, sondern lediglich in deinem Namen gehalten. Selbst wenn die Bank insolvent geht, sind deine Wertpapiere geschützt und können auf eine andere Bank übertragen werden.
Anders sieht es bei Guthaben über 100.000 Euro aus: Hier verlässt du dich auf freiwillige Sicherungssysteme und im Zweifel auf die Politik. Genau deshalb genießen deutsche Banken im internationalen Vergleich ein besonders hohes Vertrauen – die Erwartung ist, dass der Staat im Krisenfall eingreifen würde, um den Schaden für Sparer zu begrenzen.
Wie sicher ist die Einlagensicherung wirklich?
Die wichtigste Frage bleibt: Würde die Einlagensicherung auch im Ernstfall halten? Bislang wurde sie in Deutschland noch nie ernsthaft auf die Probe gestellt, doch in anderen Ländern – etwa in Island 2008 – zeigte sich, dass ein solches System an seine Grenzen stoßen kann.
Kritiker argumentieren, dass eine große Bankenpleite die Sicherungstöpfe überfordern würde. Befürworter verweisen darauf, dass es politisch kaum vorstellbar ist, dass Sparer ihr Geld tatsächlich verlieren. Denn im Ernstfall entscheidet letztlich die Regierung, ob sie einspringt – und in Deutschland gilt das Vertrauen, dass man es nicht zu einem „Bank-Run“ kommen lassen würde.
Fazit
Die Einlagensicherung ist ein zentraler Pfeiler für Stabilität im Finanzsystem. Für normale Sparer gilt: Guthaben bis 100.000 Euro pro Bank sind rechtlich abgesichert. Für Beträge darüber hinaus gibt es zusätzliche Sicherungssysteme, doch im Ernstfall liegt es in der Hand der Politik, ob sie tatsächlich einspringt.
Für langfristigen Vermögensaufbau sind Wertpapiere wie ETFs ohnehin die bessere Wahl – sie sind rechtlich vom Schicksal deiner Bank getrennt. Doch auch bei Guthaben auf Konten gilt: In Deutschland ist das Vertrauen in die Sicherheit von Spareinlagen hoch – und dieses Vertrauen ist ein entscheidender Standortvorteil.

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